Joboffensive

Heute sag ich meinem Chef richtig die Meinung – Aber wie?

Unstimmigkeiten zwischen dem Arbeitgeber und den Angestellten sind ein großer Störfaktor im Betrieb.

Während Arbeitnehmer oftmals über einen “geizigen und kühlen” Chef klagen, schimpft so mancher Arbeiteber über “faule Mitarbeiter, die zu viel fordern”. Angestellte erwarten Anerkennung für Ihre Leistungen. Für den Vorgesetzten zählen in erster Linie Zuverlässigkeit und Engagement.

Genau dort liegt der Haken. Für viele Führungskräfte ist es sehr schwer, über die Sachebene hinaus, die ebenso wichtige Beziehungsebene zu seinen Mitarbeitern zu erkennen.

Zwischen Chef und Mitarbeiter wird in vielen Fällen zu wenig gesprochen.

Manche Arbeitnehmer vermeiden offene Kritik bewusst, da sie fürchten, so ihren Job zu verlieren. Alle Probleme werden totge-
schwiegen. Doch wer seinem Chef von Zeit zu Zeit “ordentlich” die Meinung sagt, tut nicht nur etwas Gutes für seine Gesundheit, sondern auch für das Betriebsklima.

Der Arbeitgeber profitiert meist von dem Feedback und kann so die Unternehmensführung verbessern. Der angemessene Umgang zwischen dem Chef und den Angestellten sollte allerdings nicht erst im Falle eines Konflikts beginnen. Einige wichtige Regeln können Unstimmigkeiten von vornherein verhindern.

Sinnvoll kann sein, sich in die Rolle des Vorgesetzten hineinzuversetzen.

Schlüpfen Sie gedanklich in die Rolle Ihres Chefs. Wenn Sie sich in seine Lage versetzen, hilft es Ihnen in vielen Fällen, Ihren Vor-
gesetzen besser zu verstehen.

Beispiel: Sie fühlen sich von Ihrem Chef ignoriert, weil Ihre Mail scheinbar wieder unbeantwortet bleibt. Wenn Sie sich nun in seine Position versetzen, merken Sie, dass er unter Umständen täglich dutzende von wichtigen Mails zu beantworten hat.

Wenn Sie vorhaben sollten, Ihrem Chef die Meinung zu sagen, achten Sie unbedingt darauf, Ihre Forderungen nicht als Vorwürfe zu formulieren.

Ihr Vorgesetzter wird dies als Angriff gegen sich verstehen und mit einem Gegenangriff dagegenhalten. Formulieren Sie ihr Problem sachlich, ruhig und präzise.

Falls Sie Ihrem Chef Ihr derzeitiges Befinden mitteilen wollen, sprechen Sie in der Ich-Form.

Das heißt, verwenden Sie Sätze wie “ich bin enttäuscht” anstatt “Sie enttäuschen mich”. Wenn Sie ständig in der Du-Form sprechen, bombadieren Sie Ihren Vorgesetzen regelrecht mit Vorwürfen. Bei der Ich-Form hingegen zeigen Sie direkt, was Sie sich wünschen, dass Sie aber auch Ihr eigenes Verhalten analysieren. Ihr Chef fühlt sich so nicht von vornherein angegriffen.

Äußern Sie persönliche Bedürfnisse.

Wenig hilftreich ist es, wenn Sie versuchen, Ihren Vorgesetzten “mundtot” zu reden. Lassen Sie auch ihn zu Wort kommen. Ver-
allgemeinerungen und Worte wie “immer” und “nie” gilt es ebenfalls zu vermeiden. Ziel sollte sein, dass Ihr Vorgesetzter einen sachlichen Einblick in Ihre Sichtweise bekommt.

Tipp: Bedenken Sie immer, dass die Gestaltungsspielräume Ihres Vorgesetzten unter Umständen begrenzt sind, da er sich eventuell in einer sogenannten “Sandwichposition” befindet und selbst Druck von einer höheren Stelle bekommt.

Wenn Sie Ihren Vorgesetzten um eine Gehaltserhöhung bitten wollen.

In den seltensten Fällen wird Ihr Chef Ihnen von selbst eine Gehaltserhöhung anbieten. Hier heißt es: Einfordern. Doch wie fängt man es am besten an? Vorallem müssen Sie ihm deutlich machen, dass Ihre Forderung gerechtfertigt ist. Bereiten Sie sich auf das Gespräch mit Ihrem Chef gut vor. Überlegen Sie, was Sie im Idealfall erreichen wollen und was Ihr Mindestziel ist.

Gerade Frauen haben meist das Problem, dass sie sich Ihrer Stär-
ken nicht bewusst sind und Ihr Licht gerne unter den Scheffel stellen. Doch wenn man nicht mal selbst seine Stärken kennt, wie soll der Chef dann wissen, was er an einem hat?

Falls Ihr Vorgesetzter nicht auf Ihre Forderungen eingehen will, sollten Sie diesen Satz vermeiden: „Ich will mehr Geld oder ich gehe!“ So einen Satz sollten Sie nur dann äußern, wenn Sie ihn wirklich ernst meinen und schon ein besseres Jobangebot bekommen haben. Denn es könnte sein, dass Ihr Chef ihn als Erpressungsversuch versteht und mit einem kurzen „Dann muss
ich mich wohl von Ihnen verabschieden” reagiert.


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von Martin Wehrle (Autor) “Haben Sie schon mal überlegt, dass es Ihrem Chef gefallen könnte, wenn Sie mehr Gehalt fordern? 

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    Alle Mitarbeiter lieben die Vorstellung, mehr Geld zu verdienen – aber sie hassen die Vorstellung, dieses zu fordern. Aber sehen Sie es so: Nur wer fordert, wird gefördert. Wie Sie eine Gehalts-
    erhöhung durchsetzen, dafür trainieren und Ihren Auftritt vor-
    bereiten, damit Sie Ihren Chef wirkungsvoll daran erinnern, wie wertvoll Sie für die Firma sind.


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    Dieser Beitrag wurde erstellt am Samstag 16. Januar 2010 um 01:08 und abgelegt unter Spezial. Kommentare zu diesen Eintrag im RSS 2.0 Feed. Kommentare und Pings sind derzeit nicht erlaubt.

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