Todsünden im Vorstellungsgespräch – Was sollte ich unbedingt vermeiden?

Donnerstag 4. Februar 2010 von loewetv

Wenn Sie zu einem Vorstellungsgespräch eingeladen wurden, können Sie stolz auf sich sein, denn Sie haben damit schon eine erste große Etappe gemeistert. Sie konnten mit Ihren Bewerbungsunterlagen überzeugen. Jetzt steht Ihnen ein sehr wichtiger  aber auch sehr nervenaufreibender Teil Ihrer Bewerbungsphase bevor. Im Vorstellungsgespräch geht es in erster Linie nun um die Frage, ob beide Seiten zueinander passen.

Wichtig ist nun nicht nur die gute Vorbereitung auf Fragen, die eventuell kommen könnten, (lesen sie dazu auch den Artikel
“Das Vorstellungsgespräch – Welche Fragen könnten kommen?” ) sondern auch, während des Vorstellungsgespräches auf bestimmte Spielregeln zu achten.

Totsünden, die bei einem Vorstellungs-
gespräch unbedingt zu unterlassen sind:

 
- Zu spätes Erscheinen

Vermeiden Sie es, sich beim Vorstellungsgespräch zu verspäten. Verspätung kann bei fast allen Unternehmen einen sehr negativen Eindruck hinterlassen. Sollten Sie sich dennoch verspäten, setzen Sie sich umgehend mit dem Unternehmen in Verbindung und nennen Sie eine plausible Begründung. Begründungen wie “Ich habe ver-
schlafen” oder “Ich habe den Zug verpasst” zählen dabei nicht zu den plausiblen Begründungen, denn beides wäre bei entsprechender Vorbereitung durchaus vermeidbar gewesen.

- Zu frühes Erscheinen

Auch viel zu früh zum Bewerbungsgespräch zu erscheinen ist nicht vorteilhaft.

Gehen Sie lieber noch einmal um den Block spazieren. Ca. 10 Minuten vor der vereinbarten Zeit zu Erscheinen ist vollkommen ausreichend.


-
Unvorteilhaftes Erscheinungsbild

Greifen Sie als Frau nicht zu tief  in den Schminktopf. Sie sind ja schließlich zu einem Vorstellungsgespräch und nicht zu einem 
Abendessen eingeladen.

Weniger ist hier mehr. Mit einem dezenten Tages-Make-up liegen Sie goldrichtig. Auch gepflegte Hände sind sehr wichtig für Ihr gesammtes Erscheinungsbild. Kommen Sie möglichst nicht mit ab-
gekauten Fingernägeln. Ihr Ausschnitt sollte auch nicht sehr tief sein, Sie wirken dann eher unseriös.

 Tipp: Vergessen Sie auch nicht Ihre Schuhe zu putzen!

 
- Schlaffer Händedruck

Für die meisten Vorgesetzen gilt er als Indiz für einen schüchternen, durchsetzungsschwachen Zeitgenossen.

Der richtige Handschlag ist kurz, fest und mit freundlichem Blick in die Augen des Ansprechpartners.


- Feuchte Hände

Sie sind bei Ihrem Vorstellungsgespräch ganz sicher nervös, da ist es natürlich auch kein Wunder, wenn Sie feuchte Hände haben. Doch für den Personaler, der Ihnen die Hand schüttelt kann dies sehr unangenehm sein. 

Tipp: Stecken Sie sich ein Taschentuch ein, so können Sie kurz vor dem Eintreten in den Raum die Hände nocheinmal abwischen.


- Mangelne Vorbereitung

Wenn Sie nicht ausreichend über die von Ihnen angestrebte Position informiert sind, wird man Ihnen dies sehr verübeln. Gerade deshalb, weil meist sehr viele Informationen über die Betriebe über das Internet zugänglich sind. Sie vermitteln damit den Eindruck, dass Sie wenig Interesse an dem Unternehmen haben. Was unweigerlich dazu führt, dass man Ihre Motivation für die Be-
werbung in Frage stellen wird. Darum ist es sehr wichtig, dass Sie sich gründlich vorbereiten, da Sie sonst unter Umständen die Chance, Ihre Eignung für die Arbeitsstelle unter Beweis zu stellen, verschenken.

Tipp: Die meisten Arbeitgeber erwarten auch, dass ein Bewerber seine Bewerbungsunterlagen und Schreibutensilien für wichtige Notizen mitbringt.


- Schlechte Antworten


Es ist nicht von Vorteil, zu lange zu reden, so dass der Personaler nicht zu Wort kommt. Aber auch zu wenig zu reden ist ungünstig. Bleiben Sie im gesamten Gespräch positiv. Sprechen Sie also nicht schlecht über frühere Arbeitgeber, Mitarbeiter oder Kollegen und geben Sie keine unangebrachten Informationen preis. Sie vermitteln dem neuen Arbeitgeber sonst nur wenig teamfähig zu sein.


 
- Schlechte Ausdrucksweise

Mit einer schlechten Ausdrucksweise haben Sie schlechte Karten beim Personaler.

Eine gehobene Sprache und gut gewählte Ausdrucksweise hingegen zeugen von guter Bildung und Professionalität.

 

- Überheblichkeit

Prahlen Sie nicht übertrieben mit früheren Leistungen. Sie wirken sonst eher arrogant.

 
- Den Personaler unterbrechen

Sie sollten auf gar keinen Fall den Fragensteller unterbrechen während er spricht. Zuhören zu können ist eine sehr wichtige Eigenschaft und schon allein die Höflichkeit gebietet es, dass Sie warten, bis alle Fragen gestellt sind. Unterbrechen ist ein Zeichen von Ungeduld und fehlender Professionalität. 

  
- Übertriebene Forderungen

Solche Ansprüche signalisieren dem Arbeitgeber, dass Sie vorder-
gründig an Ihrer Existenzsicherung interessiert und nur wenig leistungsbereit sind. Dazu gehören zum Beispiel hohe Gehalts-
wünsche oder auch die Frage nach einem eigenen Firmenwagen. 


- Schlechtes „Selbstmarketing“

Personaler schätzen es allerdings auch nicht, wenn Sie keine Fragen stellen, sich absichtlich „klein“ machen oder nur zu allgemein gehaltene oder irrelevante Antworten geben.


- Lügen und Verheimlichungen

Verweigern Sie niemals wichtige Details bezüglich Beschäftigungs- und Ausbildungsdaten. Verschweigen Sie auch keine Qualifikationen oder Nebentätigkeiten. Auch ist es nicht ratsam, Lücken im Lebenslauf zu beschönigen.


- Übertrieben viel Parfum

Vielleicht haben Sie vor, sich extra für Ihren “großen Auftritt” ein neues Parfum oder Aftershave zuzulegen oder Sie bleiben bei Ihrer gewohnter Duftnote. Vermeiden Sie auf alle Fälle zu viel davon aufzutragen. Dies kann aufdringlich wirken! Ihr Geschmack muss auch nicht gleichzeitig den Geschmack des Personalers treffen.

Es ist auf alle Fälle besser, Parfum oder Aftershave dezent zu benutzen.


- Knoblauch und Alkohol

Wenn Sie ausgerechnet am Abend vor Ihrem Vorstellungsgespräch auf eine Party eingeladen sind, halten Sie sich unbedingt bei Kno-
blauch und Alkohol zurück. Auch wenn Sie vor lauter Nervosität meinen, kurz vor dem Bewerbungsgespräch eine Zigarette nach der anderen rauchen zu müssen. Ein Nichtraucher riecht das auch 10 Meter gegen den Wind. Halten Sie sich unbedingt zurück. Sie hinterlassen ganz sicher keinen guten Eindruck, wenn Sie im Besprechungszimmer einen unangenehmen Geruch verbreiten. 
 
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- verschränkte Arme

Wenn Sie mit verschränkten Armen vor dem Personaler sitzen, deutet dies immer auf eine Abwehrhaltung hin und zeigt, dass Sie sich nicht wirklich wohl fühlen.

- Handy klingeln

Sicher, in der heutigen Zeit ist es durchaus üblich, überall erreichbar zu sein, doch schalten Sie vor Ihrem Bewerbungs-
gespräch auf jeden Fall unbedingt Ihr Handy aus, denn ein während des Gesprächs klingelndes Handy vermittelt einen ignoranten Eindruck!


 Weitere Fehler im Vorstellungsgespräch sind:

- Extrem leises Sprechen

- Vermeiden von Augenkontakt

- Nervöse Gestiken
   (zum Beispiel mit den Fingern spielen, Fingernägel
   kauen, auf die Lippen beissen)

- schlechte äußere Erscheinung
  (unpassend gekleidet, schlecht gepflegt,..)

- keine eigene Meinung oder alle anderen Meinungen gleichzeitig
   zu vertreten

- fehlende Ausstrahlung

- Kaugummi kauen

Dies sind eindeutige Anzeichen für Unsicherheit und mangelndes Selbstbewusstsein.

 
Buchtipps:

Das erfolgreiche Vorstellungsgespräch. Wie Sie beeindrucken,
überzeugen, gewinnen
von Jürgen Hesse (Autor), Hans Christian Schrader (Autor)

 

  • Broschiert: 160 Seiten
  • Verlag: Eichborn
  •  

    Kurzbeschreibung:
    Keine Angst mehr vor dem Gespräch der Gespräche. Das Vorstellungsgespräch entscheidet über die Einstellung.

    Auch wenn die Form des Auswahlgesprächs je nach Position und Branche unterschiedlich ist, geht es im Kern immer um dasselbe: Kompetenz, Leistungsmotivation und vor allem die Persönlichkeit des Bewerbers.Die Bewerbungsprofis Hesse/Schrader zeigen, wie man sich optimal auf eines der wichtigsten Gespräche im Berufsleben vorbereitet:

    - die Erwartungen der Arbeitgeber
    - die zehn Phasen des Vorstellungsgesprächs
    - alle wichtigen Fragen und optimale Antwortstrategien
    - die souveräne Gehaltsverhandlung
    - Gesprächspsychologie und Rhetorik

    Das erfolgreiche Vorstellungsgespräch — die vollständig überarbeitete und aktualisierte Neuausgabe des Standardwerkes von Hesse/Schrader

     

     Das Bewerbungsgespräch: Die gründliche Vorbereitung – Tipps für das Gespräch – Fangfragen und Fettnäpfchen
    von Martin Blath (Autor)

      

  • Taschenbuch: 96 Seiten
  • Verlag: Eichborn
  • Kurzbeschreibung:
    Sie haben eine Einladung zum Vorstellungsgespräch erhalten? Herzlichen Glückwunsch – und keine Angst vor unangenehmen Fragen!

    Dieser praktische Ratgeber hilft Ihnen bei der gründlichen Vor-
    bereitung – verständlich und schnell. Er zeigt, was Sie in einem Vorstellungsgespräch erwartet und mit welchen Fragen Sie rechnen müssen. Er gibt Tipps für die Gesprächsführung und wertvolle Hinweise für die Gehaltsverhandlung – denn wer von sich selbst überzeugt ist, kann auch andere überzeugen.

    Dieser Beitrag wurde erstellt am Donnerstag 4. Februar 2010 um 22:57 und abgelegt unter Bewerbungstipps. Kommentare zu diesen Eintrag im RSS 2.0 Feed. Sie können einen Kommentar schreiben, oder einen Trackback auf Ihrer Seite einrichten.

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