Existenzgründung – Wichtige Tipps für einen guten Start
Sie spielen mit dem Gedanken sich selbstständig zu machen?
Gerade nach längerer Arbeitslosigkeit sprechen viele Gründe, wie zum Beispiel die Selbstbestimmung und die berufliche Flexibilität dafür, sich beruflich selbstständig zu machen.
Zudem erhalten Arbeitslose, die sich selbstständig machen wollen zur Förderung der Aufnahme einer selbstständigen Tätigkeit den sogenannten Gründungszuschuss.

Doch egal, ob Sie eine Existenzgründung wegen Arbeits-
losigkeit und sich der daraus ergebenden finanziellen Zwangslage oder zur Selbsterfahrung ins Auge fassen:
Sie liegen auf jedem Fall im Trend!
Einige Beispiele ,die für eine Existenzgründung sprechen:
- mehr Spaß im eigenen Job.
- sich etwas Eigenes schaffen.
- sich so den Wunsch nach Unabhängigkeit realisieren.
- die Möglichkeit, sich ein leistungsgerechteres
Einkommen zu erarbeiten.
- Zugang zu öffentlichen Fördermitteln, auch bei geringem
Kapitalbedarf.
- zahlreiche Beratungs- und Qualifizierungsangebote.
Welche verschiedenen Formen der Existenzgründung gibt es?
Einige Beispiele:
Kleingründung:
Der Kapitalbedarf bei der Gründung liegt unter 25.000 Euro. Falls Sie neben einer Festanstellung ein Geschäft aufbauen, für das Sie nicht zwölf Stunden am Tag arbeiten können, gelten Sie als Klein-
gründer. Dies nennt sich Nebenerwerbsgründung. Die Erträge reichen meist nicht aus, den Lebensunterhalt vollständig bestreiten zu können.
Vorteil:
- Geringes Risiko, da die Startkosten niedrig ausfallen und Sie keine
Verantwortung für Personal tragen müssen.
Nachteil:
- Da wegen der geringen Startkosten meist der Weg zur Bank
ausbleibt, erfolgt oft keine Prüfung des Geschäftskonzeptes durch
qualifizierte Personen.
- Oft fehlt es Kleingründern an notwendigen Qualifikationen
um auf Dauer auf dem Markt zu bestehen.
- Es fehlt häufig an dem jeweiligen Branchenwissen oder am
unternehmerischen Denken.
Franchising:
Ein Geschäftskonzept wird von einem Unternehmen lediglich „gemietet“. (Beispiele: Mc Donalds, Bofrost, Vobis, OBI, Vodafone, Esprit usw.) Man versteht darunter die Vertriebsform eines Unter-
nehmens. Der Franchise-Geber räumt meist mehreren Franchise-Nehmern das Recht ein, mit seinen Produkten oder Dienstleistungen unter seinem Namen ein Geschäft zu betreiben. Franchising ist eine Partnerschaft selbstständiger Unternehmen. Es besteht dabei eine klare Arbeitsteilung zwischen Franchise-Geber und Franchise-Nehmer. Diese ist vertraglich festgelegt.
Vorteil:
- Sie starten meist mit einer bewährten Geschäftsidee, da
Sie Produkte und Dienstleistungen des Franchise-Gebers
verkaufen.
- Beide Partner profitieren von dieser Partnerschaft durch mehr
Sicherheit und höhere Gewinne.
- Als Franchise-Nehmer haben Sie meist einen Gebietsschutz.
- Ihre Kreditwürdigkeit ist höher, da das unternehmerische
Risiko reduziert ist.
Nachteil:
- Leider viele Schwarze Schafe. Prüfen Sie unbedingt vor
Vertragsabschluss die Seriosität des Franchise-Gebers.
- Volles unternehmerisches Risiko.
- Ein Teil der Einnahmen (bis 25 %) muss an den Franchise-Geber
abgetreten werden.
Beteiligung:
Falls Sie zwar das Geld, aber keine passende Idee für eine eigene Firma haben, können Sie sich an einem Unternehmen beteiligen.
Sie erwerben dadurch Kapitalbindung an Personen- oder bei Kapitalgesellschaften Gesellschaftsrechte.
E-Business:
Sie vertreiben Ihre Produkte oder Dienstleistungen ausschließlich über das Internet.
Vorteil:
- Es müssen keine teuren Geschäftsräume angemietet werden.
Nachteil:
- Sie benötigen viel Kapital für die Technik.
Doch bevor Sie ernsthaft über eine Existenzgründung nachdenken, sollten Sie einige wichtige Dinge wissen:
Jedes Jahr wagen Tausende den Schritt in die Selbstständigkeit. Die Aufgaben, die in der Selbstständigkeit zu bewältigen sind,
dürfen aber keinesfalls unterschätzt werden.
Als Unternehmer arbeiten Sie selbstständig. Das heißt auch, Sie arbeiten selbst und ständig. Dies sollte Ihnen auf jeden Fall bewusst sein, bevor Sie diesen großen Schritt wagen.
Um in Deutschland legal eine Firma zu gründen, müssen Sie zudem folgende juristischen Voraussetzungen erfüllen:
- Sie müssen 18 Jahre alt sein.
- Es darf kein Berufsverbot gegen Sie bestehen.
- Sie müssen die entsprechende Abschlüsse vorweisen können
- In einigen Branchen müssen Sie ein polizeiliches Führungszeugnis
ohne Einträge vorzuweisen.
Was versteht man unter “Gründercoaching”?
Beim Gründercoaching stehen Rechtsanwälte, Steuer- und Unter-
nehmensberater sowie qualifizierte Mitarbeiter der Kammern Rede und Antwort auf alle Fragen zum Thema Existenzgründung.
Erfahrungsgemäß benötigen Existenzgründer bis zu fünf Jahre ex-
terne Hilfe. Finanzell unterstützt wird die Beratung zu finanzellen und organisatorischen Fragen durch das Projekt “Gründercoaching Deutschland”. Voraussetzung dafür ist, dass die Gründung bereits erfolgt sein muss. Sie darf auch nicht länger als fünf Jahre zurück-
liegen. Der Zuschuss liegt hierbei in den neuen Bundesländern bei
75 Prozent. Im Geltungsbereich der alten Bundesländer ein-
schließlich Berlin liegt der Zuschuss in Höhe von 50 % des Honorars bei einer maximalen Bemessungsgrundlage von 6.000 Euro.
Das maximal förderfähige Tageshonorar beträgt 800 Euro. Ein Tagewerk umfasst 8 Stunden pro Tag. Das insgesamt vertraglich zu vereinbarende Nettoberaterhonorar darf die Bemessungsgrundlage von maximal 6.000 Euro nicht überschreiten.
Existenzgründer aus der Arbeitslosigkeit, die Leistungen nach SGB II oder SGB III beziehen, erhalten im gesamten Bundesgebiet einen Zuschuss von 90 % des Beraterhonorars bei einer maximalen Bemessungsgrundlage von 4.000 Euro. Das maximal förderfähige Tageshonorar beträgt 800 Euro.
Ein Tagewerk umfasst 8 Stunden pro Tag. Das insgesamt ver-
traglich zu vereinbarende Nettoberaterhonorar darf die Be-
messungsgrundlage von maximal 4.000 Euro nicht überschreiten.
Welche entstehenden Kosten (Gründercoaching) müssen Sie selbst tragen?
- Eigenanteil am Beraterhonorar
- Fahrtkosten des Beraters
- sonstige in der Beraterrechnung aufgeführten Nebenkosten
- Mehrwertsteuer des gesamten Rechnungsbetrags
Sie müssen die Zahlung der Selbstbeteiligung der KfW gegenüber nachweisen. Die Selbstbeteiligung darf nicht aus Mitteln des ESF oder vom beauftragten Berater – mittel- oder unmittelbar – finanziert werden.
Die Mehrwertsteuer kann nur dann innerhalb der Bemessungsgrundlage berücksichtigt werden, wenn keine Vorsteuerabzugsberechtigung für den Antrag stellenden Existenzgründer vorliegt.
Sie haben hierfür einen geeigneten Nachweis zu erbringen. Die Höhe der maximal förderfähigen Bemessungsgrundlage ändert sich dadurch nicht.
Welche Fehler können zum Scheitern der Existenzgründung führen?
- Unternehmensaufbau zu zeitaufwändig
- Qualifikationsmängel
- fehlende Marktanalyse
- unkoordiniertes Arbeiten
- keine zündende Geschäftsidee
- Kommunikationsschwierigkeiten
- zu wenig Eigeninitiative
- kein Liquiditätsplan
- falsche Marktstrategie
- mangelnde Disziplin
- mangelnder Ehrgeiz
- zu wenig Startkapital
- zu wenig Ausdauer (bei hoher Arbeitsbelastung)
- familiäre Schwierigkeiten
- keine oder zu geringe Berufserfahrung
- schlechte Unternehmensberatung
Welche Eigenschaften sollten Sie als Existenzgründer unbedingt mitbringen?
- Teamfähigkeit
- Kooperationsbereitschaft
- Kontaktfähigkeit
- analytische Fähigkeiten
- Engagement
- Flexibilität
- vielseitig
- Überzeugungskraft
- Durchsetzungsvermögen
- Selbständigkeit
- Belastbarkeit
- Führungspotential
- Organisationsvermögen
- Entscheidungsfreudigkeit
- Unternehmerisches Denken und Handeln
- Selbstdisziplin
- Vertrauenswürdigkeit
Der Erfolg einer Existenzgründung hängt also keineswegs nur an der Konjunktur. Entscheidend ist eine sehr sorgfältige Vorbereitung und vorallem das richtige Know-How.
Ob Sie sich nun für oder gegen eine Existenzgründung entscheiden, ist letzendlich eine Frage Ihres Typs. Sollten Sie in finanziellen Dingen lieber stets auf der sicheren Seite stehen wollen und auch vor allzuviel Überstunden zurückschrecken, eignen Sie sich eher nicht zur Selbstständigkeit.
Sind Sie dagegen ein spontaner, belastbarer Typ, der auch vor Risiken nicht zurückschreckt, könnte die Selbstständigkeit für Sie eine ausgesprochen gute berufliche Alternative darstellen.
Buchtipps:
Praxisbuch Existenzgründung: Erfolgreich selbstständig werden und bleiben (Gebundene Ausgabe)
von Svenja Hofert (Autor)
Kurzbeschreibung:
Alles was Existenzgründer wissen müssen, um erfolgreich zu werden und zu bleiben -komplett überarbeitet und auf den aktuellsten Stand gebracht. Mit jeder Menge Tipps, Erfahrungen und Wissen ist dieses Buch eine große Hilfe für Existenzgründer, sofort konkret loszulegen. Es zeigt u. a., wie man Geschäftsideen entwickelt, Aufträge rechtssicher abwickelt, das richtige Marketing betreibt, den Steuerdschungel bewältigt, Krisen managt und gute Mitarbeiter findet.
Viele Checklisten, Übersichten, Tests, Anleitungen und Muster-
dokumente sowie Beispiele von erfolgreichen Gründern machen das Buch zu einem umfassenden Leitfaden für den exzellenten Start in eine neue berufliche Existenz und zum kompetenten Begleiter durch alle Phasen des Unternehmens. »Wer erfolgreich und selbstständig werden und bleiben will, sollte sich das Praxisbuch Existenz-
gründung von Svenja Hofert genau durchlesen.« Impulse Gründerzeit »Inhalt, Praxiswert, Präsentation: exzellent.« Hamburger Abendblatt
Freiberufler-Atlas: Schnell und erfolgreich selbständig werden (Broschiert)
von Martin Massow (Autor)
Kurzbeschreibung:
Vom Webmaster zum Masseur – wer gut ist, stellt sich beruflich auf eigene Füße. Jährlich tun dies über eine halbe Million Deutsche. Für alle, die den Sprung in die haupt- oder nebenberufliche Selbst-
ständigkeit wagen wollen, bietet Martin Massow mit diesem Buch eine kompetente Hilfestellung.
Ausführlich informiert er über die verschiedenen Formen der Freiberuflichkeit und die wichtigsten Aspekte des Steuer-, Sozial- und Arbeitsrechts. Mit umfangreichen Hinweisen zu Planung und Finanzierung.
Kopf schlägt Kapital. Die ganz andere Art, ein Unternehmen zu gründen. Von der Lust, ein Entrepreneur zu sein. (Gebundene Ausgabe)
von Günter Faltin (Autor)
Kurzbeschreibung:
Viele glauben zu wissen, wie es geht. Wenige tun es wirklich. Noch weniger sind damit erfolgreich. Etwas ist falsch an der Art, wie wir versuchen Unternehmen zu gründen.
Dabei geht es auch ganz anders: Ein Ideen-Kunstwerk schaffen und das eigene Unternehmen aus vorhandenen, jedermann zugänglichen Komponenten zusammensetzen. Den Kopf freihalten für die wichtigen Fragen. Den Horizont im Auge behalten, statt in den Alltagsanforderungen unterzugehen.
Nur ein schöner Traum? Keineswegs. Wer heute erfolgreich gründen will, muss sogar so vorgehen. Günter Faltin zeigt an vielen Beispielen, wie jeder ganz praktisch an eigenen Ideen arbeiten kann, sie wie ein Puzzle kombiniert und daraus etwas Neues schafft – das eigene Unternehmen. Je unkonventioneller man denkt, um so besser!
Dieses Buch ist die Chance für Menschen mit Ideen, die engagiert sind, die etwas verbessern wollen.
Dieser Beitrag wurde erstellt am Donnerstag 29. April 2010 um 23:42 und abgelegt unter Spezial. Kommentare zu diesen Eintrag im RSS 2.0 Feed. Sie können einen Kommentar schreiben, oder einen Trackback auf Ihrer Seite einrichten.