Teamarbeit: Im Team arbeiten oder doch lieber Einzelkämpfer? | Joboffensive

Teamarbeit: Im Team arbeiten oder doch lieber Einzelkämpfer?

Montag 25. Oktober 2010 von loewetv

In fast jedem Unternehmen wird besonderer Wert auf Teamfähigkeit gelegt. Ob man lieber im Team oder alleine arbeiten möchte, muss im Endeffekt jeder für sich selbst entscheiden.

Falls Sie vor der Berufswahl stehen, überlegen Sie sich nicht nur welchen Beruf Sie ergreifen möchten, sondern auch, ob Sie in einem Team oder doch lieber als Einzelkämpfer arbeiten wollen.

Die Hamburger Unternehmensberater Svenja Hofert und Thorsten Visbal kamen in ihrer jüngsten Studie, für die sie Interviews zum Thema “Teamarbeit” mit Berufstätigen aller Branchen aus ganz Deutschland führten, zu einem erstaunlichem Ergebnis:

Teamarbeit ist in Deutschland nicht besonders beliebt!

Für viele Menschen ist “Teamarbeit” eine Art zweischneidiges Schwert, denn im Team zu arbeiten gestaltet sich oftmals problematisch. Gerade wenn klare Regeln fehlen, kommt es im Team automatisch zu Missverständnissen und Konflikten.

Probleme die bei der Teamarbeit entstehen können:

  • Konflikte oder Kommunikationsprobleme werden nicht angesprochen und können dadurch auch nicht gelöst werden
  • Die Aufgabenstellung ist unklar definiert
  • Das Verständnis für die übergeordneten Unternehmensziele fehlt
  • Macht- und Konkurrenzdenken Einzelner führt zu Stress und psychischen Belastungen
  • Erwartete Beiträge werden schlecht, unvollständig oder gar nicht erbracht
  • Mitglieder kommen zu spät oder „vergessen“ Teamsitzungen ganz
  • Einzelne Teammitglieder zeigen sich desinteressiert

Vor-und Nachteile von Teamarbeit im Überblick:

Vorteile:

  • Direkter Informationsaustausch zwischen den Arbeitskollegen
  • Mitarbeiter identifizieren sich stärker mit der Firma
  • Die gegenseitige Unterstützung der Mitarbeiter wächst
  • Die Arbeitsmoral nimmt zu
  • Der Informationsfluss wird verbessert
  • Die Arbeitszufriedenheit nimmt zu
  • Schwächen einzelner Personen können durch das Team ausgeglichen werden
  • Tätigkeiten werden abwechslungsreicher
  • Einzelne Begabungen und Talente werden gefördert

Nachteile:

  • Aufgaben oftmals ungerecht verteilt
  • Diskussionen können zu Streit führen
  • Teammitglieder verlassen sich in schwierigen Situationen eventuell auf andere
  • Leistung und Verantwortung ist schwerer abzufordern
  • Dominanz eines Teammitglieds
  • Schwächere verstecken sich hinter Stärkeren
  • Fehlende Motvation Einzelner zieht das Team runter. Gefahr von Mobbing!

Was versteht man unter dem Begriff  “Teamfähig”?

Teamfähigkeit ist der Oberbegriff für die Bereitschaft und Fähigkeit, produktiv und konstruktiv mit anderen Menschen in Gruppen zu interagieren.

Wichtige Merkmale von Teamfähigkeit:

  • Engagement
  • Menschenkenntnis
  • Kritikfähigkeit
  • Selbstdisziplin
  • Toleranz
  • Kommunikationsfähigkeit
  • Anpassungsfähigkeit

Fazit: Teamarbeit kann in einem Unternehmen große Leistungspotenziale freisetzen. Doch damit die Mitarbeiter ihre Arbeit im Team selbst organisieren und flexibel arbeiten können, müssen die Rahmenbedingungen und die Unternehmenskultur stimmen.

Falls Sie bereits in einem Team arbeiten und Probleme mit einzelnen Personen in ihrem Team haben, könnten folgende Ratschläge helfen:

Führen Sie Konfliktgespräche immer unter 4 Augen, denn in Einzelgesprächen können Sie besser klären, wodurch der Konflikt ausgelöst wurde und welche Ursachen er hat. Machen Sie dabei immer klare Aussagen und kommen Sie auf den Punkt. Belegen Sie Ihre Argumentationen dabei mit konkreten Beispielen, um Ihre Beobachtungen in den Situationen zu stützen. Vermeiden Sie dabei Schuldzuweisungen. Sätze wie “Ja, Sie haben doch immer gesagt…” oder ” Sie waren es doch die/der…”  So wird Ihnen Ihre/n Kollegen/in eher ungern zuhören.

Erarbeiten Sie gemeinsam Konfliktlösungen, vorgefertigte Lösungen nutzen nicht viel, denn sie haben meist nichts mit der eigentlichen Ursache des Konfliktes zu tun und werden oft nur als Bevormundung empfunden. Lösungen müssen aus den Gesprächen wachsen.

Sie kommen neu in ein bereits bestehendes Team. Worauf kommt es nun in erster Linie an?

Auch wenn es Ihnen vielleicht schon immer schwer gefallen ist, sich neue Namen zu merken, versuchen Sie trotzdem, sich möglichst bald die Namen Ihrer Kollegen einzuprägen. Notfalls können Sie sich diese auch notieren. So kommen Sie besser an und integrieren sich schneller ins Team.

Lernen Sie so rasch wie möglich die Spielregeln in Ihrem neuen Team. Kompromissbereitschaft ist dabei sehr wichtig.

Halten Sie sich zunächst eher zurück und beobachten Sie das Miteinander im neuen Team.

Zeigen Sie sich offen für die Erklärungen und Ratschläge Ihrer Kollegen.

Vermeiden Sie vorschnelles Duzen, es sei denn, es gehört im Unternehmen zum guten Ton.

Bleiben sie neutral und unparteiisch und halten Sie sich lieber aus Streitigkeiten raus. Wird in Ihrem Beisein zum Beispiel über ein nicht anwesendes Teammitglied negativ gesprochen, bleiben Sie unbedingt unparteiisch und lassen Sie Gesagtes unkommentiert.

Falls Sie Verbesserungsvorschläge oder auch Kritik in Ihrem neuen Team einbringen möchten, ist dies meist eine sehr heikle Angelegenheit. Sie sollten zuvor unbedingt sicherstellen, dass Sie über alles bestens informiert sind.  Ansonsten kann es schnell dazu kommen, dass Sie im Team als “unerfahrener Besserwisser” gelten und Ihrer Meinung keine Bedeutung beigemessen wird.

Falls Sie doch Kritik äußern wollen, tun Sie dies am besten nur im Zusammenhang mit Lob für etwas anderes, dass gut läuft.

Denken Sie daran, aller Anfang ist meist schwer. Doch nach einer gewissen Zeit werden Sie die Spielregeln dort kennen. Sollten sich jedoch auftretende Schwierigkeiten auch nach längerer Zeit nicht geben, prüfen Sie, ob Sie eventuell in ein anderes Team versetzt werden könnten. Falls Sie sich jedoch inzwischen schon so unwohl fühlen, dass Sie bereits gesundheitliche Schäden an sich bemerken, hilft leider nur der Weg der Kündigung.


Buchtipps:

Ich hasse Teams!: Wie Sie die Woche mit Kollegen überleben
Svenja Hofert (Autor), Thorsten Visbal (Autor)

  • Broschiert: 155 Seiten
  • Verlag: Eichborn

Kurzbeschreibung:

Überlebenshilfe für Teamneulinge und Teamgeschädigte Das Buch für alle, die gerne allein arbeiten und trotzdem in Teams gesteckt werden. Geschichten über typische Teamsituationen, Lösungen von Teamproblemen und handfeste Tipps für bessere Zusammenarbeit ohne erhobenen Zeigefinger. In 99 Prozent aller Stellenanzeigen wird besonderer Wert auf Teamfähigkeit gelegt. Sie ist die Eintrittskarte in Unternehmen, Projektarbeit, Netzwerke. Doch viele Menschen arbeiten gerne ohne Gruppenzwang – oder sind schlicht genervt von den oft katastrophalen Teamstrukturen, notorischen Drückebergern und angeberischen Luftblasenproduzenten.Mithilfe dieses Buchs lernt man alle wichtigen Aspekte der Teamarbeit kennen und entwickelt sich in einer Woche zum effektiven, gelassenen Teamplayer. Damit es nicht immer heißt: Team = Toll, ein anderer macht es.

30 Minuten für erfolgreiche Teamarbeit
Rolf Meier (Autor)

  • Taschenbuch: 80 Seiten
  • Verlag: Gabal

Kurzbeschreibung:

• Wie ein optimales Team aussieht: Menschentypen, Charaktere, Stimmungen • Wie es Ihnen gelingt, ein optimales Team zusammen zu setzen • Wodurch sich ein gut funktionierendes Team auszeichnet: Eigenmotivation, Einfühlungsvermögen, Kommunikationsfähigkeit • Wie Sie Probleme im Team lösen, indem Sie die verschiedenen Typen beurteilen und auf sie eingehen können

Dieser Beitrag wurde erstellt am Montag 25. Oktober 2010 um 21:25 und abgelegt unter Spezial. Kommentare zu diesen Eintrag im RSS 2.0 Feed. Sie können einen Kommentar schreiben, oder einen Trackback auf Ihrer Seite einrichten.

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