Wie Unternehmen zur Chancengleichheit bei der Beförderung von Frauen in Führungs- positionen beitragen können | Joboffensive

Wie Unternehmen zur Chancengleichheit bei der Beförderung von Frauen in Führungs- positionen beitragen können

Donnerstag 19. Mai 2011 von loewetv

Eine Quote für Frauen in Führungsposition wird in Politik, Wissenschaft und Gesellschaft zunehmend diskutiert. Das Ergebnis der Debatten bleibt abzuwarten, doch dass es wirklich ein Ungleichgewicht der Geschlechter in Führungspositionen gibt, wurde bereits vielfach festgestellt. So hat eine Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) ergeben, dass Frauen in Führungspositionen grundsätzlich weniger stark anzutreffen sind, als männliche Kollegen. Die Zahl der Frauen in der Chefetage ist jedoch in den neuen Bundesländern deutlich höher angesiedelt, als in den alten Bundesländern. Diese Entwicklung hat sich in den letzten Jahren deutlich verstärkt, vor allem im öffentlichen Dienst und in sozialen Berufen. Auch in den Bereichen Personalwesen, Finanzen, Öffentlichkeitsarbeit und Marketing finden sich Frauen mit Führungsverantwortung. Erschreckend gering ist der Frauenanteil in naturwissenschaftlichen Bereichen und im Ingenieurswesen.

Dieser Unterschied zwischen West und Ost ist vor allem darauf zurückzuführen, dass die Kinderbetreuung, auch schon für die unter-Dreijährigen, in den neuen Bundesländern weiter verbreitet ist. Dies liegt verstärkt auch daran, dass bereits in der ehemaligen DDR mehr Frauen als im Westen auch mit Kind einen Beruf ausgeübt haben. In Westdeutschland lebende Frauen erwarten zudem auch später das erste Kind und widmen sich nach der Geburt verstärkt der Familie, bevor sie wieder in den Beruf zurückkehren. Dies geschieht jedoch oftmals mit verringerter Arbeitszeit und steht mit dem Aufstieg in eine höhere Position in Konflikt.

Doch auch der Anteil von Frauen in Führungspositionen bedeutet noch lange keine Chancengleichheit. In vielen Befragungen geben Frauen an, kaum oder sogar keine Möglichkeit zur Kinderbetreuung in Anspruch nehmen zu können und wünschen sich hier auch Unterstützung durch die eigene Firma. Doch meist sind es große Unternehmen, die es ihren Mitarbeiterinnen ermöglichen, das Kind in geeignete Einrichtungen zu geben, um sich so wieder ihrer beruflichen Karriere widmen zu können. Auch hier eine Ost-West-Tendenz feststellbar.

Dabei können Betriebe durch die Unterstützung auf familiärer Ebene nur gewinnen und so den oftmals auch gewollten Frauenanteil im eigenen Management steigern. Bei der Arbeitgeberbewertung im Internet erhalten Unternehmen, die dies erkannt haben und entsprechende Angebote unterbreiten durch Ihre Mitarbeiterinnen häufig positive Beurteilungen. Flexiblere Arbeitszeiten und betriebsinterne Kindereinrichtungen sind dabei aber nur kleine Schritte in diese Richtung und bieten so den Müttern zeitnah die Möglichkeit wieder in die vorherige Position einzusteigen. Für den Betrieb bedeutet dies, gerade bei langjährigen Angestellten, nicht nur eine bessere Bindung des Mitarbeiters, sondern erspart auch die langfristige Einarbeitung einer neuen Arbeitskraft.

Frauen in Führungspositionen sind derzeit kaum anzutreffen, was nicht zuletzt an der scheinbaren Unvereinbarkeit von Familie und Karriere liegt. Nur durch verstärktes Handeln seitens der Betriebe durch familienfreundliches Management kann diesem Trend entgegengewirkt werden. Erst dadurch ist es auch langfristig möglich auch Frauen in Führungspositionen zu bewegen und dort zu halten, unabhängig davon, ob sie in den alten oder neuen Bundesländern arbeiten.

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